Altersgerechtes Umbauen

Altersgerechtes Umbauen

Als gesellschaftliche Herausforderung gilt es heute, für das Wohnen im Alter vorzusorgen. Sowohl Eigeninitiative, als auch Engagement und vor allem, die nötigen finanziellen Ressourcen werden dabei zu den wichtigsten Punkten. Aufgrund des demografischen Wandels in Deutschland und der immer größer werdenden Bevölkerungsschicht der Senioren, wird dieses Thema in den nächsten Jahren immer mehr an Präsenz gewinnen. Deshalb fördert das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gemeinsam mit der KfW Bankengruppe schon heute verschiedene Programme, die sich innovativ mit dem altersgerechten Umbau von Wohnmöglichkeiten auseinander setzen. Die verschiedenen Programme sind im ganzen Bundesgebiet verteilt und umfassen verschiedene Wohnsituationen. Das Förderprogramm der KfW Gruppe sowie einige dieser Projekte sollen im Folgenden vorgestellt werden.

Fördermöglichkeiten der KfW Bank

Auf die Vorsorge für das Wohnen im Alter, hat sich die KfW Bankengruppe mit ihrem Förderprogramm „Altersgerecht umbauen“ spezialisiert. Ziel des Programms ist es, auch im Alter ein selbstbestimmtes Wohnen in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Dabei sollen die Darlehen günstig sein und an die konkrete Lebenssituation des Darlehensnehmers angepasst werden. Gefördert werden sowohl Immobilienbesitzer, als auch Mieter. Denn auch diese haben nach Rücksprache mit dem Vermieter die Möglichkeit, ihre Wohnung altersgerecht umzubauen. Dabei wird sowohl der altersgerechte Umbau für ein komfortableres Wohnen im Alter, als auch der Kauf von bereits in diesem Sinne umgebauten Immobilien unterstützt. Nicht der Förderung unterliegen Ferien- und Wochenendhäuser, die Umschuldung von Darlehen sowie die Nachfinanzierung von begonnen oder abgeschlossenen Baumaßnahmen.

Jedes zu fördernde Projekt muss dabei aber auch den Mindestanforderungen der KfW Gruppe entsprechen. Das bedeutet, dass ein Fachunternehmen aus dem Bauwesen die Umbaumaßnahmen durchführen muss und dass alle Maßnahmen den technischen Mindestanforderungen entsprechen. Zu den einzelnen Maßnahmen gehören dabei zum Beispiel der Umbau von Fenstern und Türen auf automatischen Betrieb, der rollstuhl- und altersgerechte Umbau von Badezimmern, die Reduzierung von Treppen und Stufen, das Schaffen rollstuhlgerechter Parkeinheiten, der Bau von Sitz- und Spielplätzen bei Gebäuden ab drei Wohneinheiten, die Installation von Treppenliften und Aufzügen, sowie die Umgestaltung von vorhandenen Räumlichkeiten zu Gemeinschaftsräumen. Ob die einzelnen Maßnahmen den technischen Mindestanforderungen entsprechen hat ein Sachverständiger zu entscheiden. Um die Bezeichnung altersgerechte Wohnung führen zu dürfen, muss diese altersgerechte Badezimmer, Wohn- oder Schlafzimmer sowie Küche aufweisen. Außerdem müssen die Bedienelemente altersgerecht umgebaut sein. Ein Haus bekommt die Bezeichnung altersgerecht, sofern alle Wohneinheiten nach den genannten Standards umgebaut sind. Der maximale Förderungsbetrag der KfW Bank beträgt 50.000 Euro pro Wohneinheit bei verschiedenen Kreditlaufzeiten bis 30 Jahre.

Altersgerechtes Wohnen in Bensheim

Mit verschiedenen Partnern wie der Sparkasse und ortsansässigen Handwerksunternehmen, führt die hessische Stadt Bensheim ein Projekt zum altersgerechten Wohnen durch. Bensheim hat 40.000 Einwohner und schon heute fehlt es in der Kleinstadt an altersgerechten Wohnungen und Häusern. Um dem entgegen zu wirken und die Bewohner auf die Möglichkeiten und die Wichtigkeit der Vorsorge im Bereich altersgerechtes Bauen hinzuweisen, sollen mobile Wohnberater eingesetzt werden. Diese existieren in Bensheim bereits und müssen nur noch weitergebildet werden. Nach einer gründlichen Analyse und Befragung der Einwohner zur aktuellen Wohnsituation ins Bensheim, sollen die Ergebnisse im Rahmen von öffentlichen Vorträgen und Workshops präsentiert und den Interessierten konkrete Vorschläge für sinnvolle und altersgerechte Umbaumaßnahmen gemacht werden. Zudem sollen bereits fertige Umbauten vorgestellt und analysiert werden.

Chemnitz – Qualifizierung des Handwerks

Um einen wichtigen Beitrag zur Vorsorge für das Wohnen im Alter zu leisten, hat die Stadt Chemnitz ein Programm ins Leben gerufen, durch welches die Handwerker gezielt auf den Umbau von altersgerechten Wohnungen und Häusern geschult werden sollen. Die Handwerkskammer der sächsischen Stadt ist mit 24.500 Mitgliedsbetrieben die größte ihrer Art in den neuen Bundesländern. Ziel des Projekts ist es, ein Netzwerk von Handwerkern aufzubauen, die sich gezielt mit dem altersgerechten Um- und Ausbau von Wohnungen und Häusern beschäftigen sollen. Dabei sollen sie auch die Beratung von Interessenten übernehmen. Das Projekt richtet sich dabei nicht nur an Handwerker der Baubranche, sondern auch an Elektriker und Firmen aus dem Sanitärbereich. Nach einer Befragung der relevanten Betriebe, sollen diese für das Projekt begeistert und zur Mitarbeit gewonnen werden. Anschließend sollen die Qualifizierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Diese umfassen sowohl praktische als auch theoretische Grundlagen und die Information über die Möglichkeiten der Förderung durch die KfW. Abschließend erhalten die Betriebe ein Zertifikat über ihre Qualifizierung. Durch die weitergehende Arbeit mit den Betrieben durch Schulungen oder Tagungen, erhofft sich die Stadt Chemnitz die Entstehung eines Netzwerkes unter den Handwerksbetrieben und Erfolge bei der Vorsorge im Bereich altersgerechtes Wohnen.

Barrierefrei Wohnen – Köln for all

Auch die nordrhein-westfälische Metropole Köln hat mit der Fakultät für Architektur der Fachhochschule Köln unter Trägerschaft der GAG Immobilien AG ein förderungswürdiges Projekt gestartet. Die GAG ist Kölns größter Vermieter. Fast ein Drittel der Mieter der rund 42.000 Wohnungen der GAG ist über 65 Jahre alt, was die Nachfrage nach barrierefreiem Wohnen schon jetzt stark ansteigen lassen hat. Da sich der Anteil der Mieter in diesem Alter in den nächsten Jahren noch drastisch erhöhen wird, arbeitet die GAG bereits seit 5 Jahren an Konzepten zum Wohnen im Alter. Dabei steht die individuelle Gestaltung durch die Mieter ebenso im Vordergrund wie die Erarbeitung und Umsetzung eines neuen Energiekonzeptes. Das konkrete Programm, dass durch den Bund und die KfW Gruppe gefördert wird, sieht zunächst eine Analyse von 20 Wohngebäuden verschiedenen Alters und unterschiedlicher Größe vor. Für diese sollen nach neusten technischen und altersgerechten Maßstäben Umbaukonzepte entwickelt werden, die auch den Vorgaben und Mindestanforderungen der KfW entsprechen. Im nächsten Schritt soll ein Plan für das kostengünstige Umbauen der Immobilien erstellt werden. Dieser soll später auch auf andere Gebäude angewandt werden können, um deren Individualisierung ebenso fortschrittlich und kostengünstig durchzuführen. Hierzu will die GAG auch ein Handbuch mit möglichen Sanierungskonzepten erstellen.

Teuschnitz – Altersgerecht Leben in der Kleinstadt

Von der Großstadt in die strukturschwache bayrische Kleinstadt Teuschnitz. Getragen vom Caritas Verband und mit Unterstützung der Stadt Teuschnitz und der Universität Bayreuth, arbeitet man hier daran, die immer älter werdende Bevölkerung bei dem Vorhaben zu unterstützen, auch im Alter in der gewohnten Umgebung wohnen bleiben zu können. Hierfür soll ein im Ortskern befindliches Wohngebäude altersgerecht umgebaut und saniert werden um dort pflegebedürftige und nicht pflegebedürftige Menschen gemeinsam wohnen zu lassen. Zudem soll ein Gemeinschaftsraum zum Austausch und zur gemeinsamen Freizeitgestaltung entstehen. Durch die Einbindung freiwilliger Helfer will es die Caritas zudem ermöglichen, die Senioren so gut es geht in das gesellschaftliche Leben einzubinden und den Austausch zwischen den Generationen zu fördern.

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