Beantragung Pflegestufe – Was sollte man für einen Antrag auf Pflegestufe wissen

Beantragung der Pflegestufe

Wenn der Alltag nicht mehr alleine bewältigt werden kann, weil Hilfe bei der persönlichen Pflege nötig ist, so können dafür Leistungen aus der Pflegeversicherung in Anspruch genommen werden. Die nötigen Formulare erhält man bei der zuständigen Krankenkasse des Pflegebedürftigen. Bekommt die Kasse das ausgefüllte und vom Versicherten unterschriebene Formular zurück, beauftragt sie den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) mit der Überprüfung der Pflegebedürftigkeit zur Feststellung der Pflegestufe.

Voraussetzung für Pflegestufe

Pflege ist nicht gleich Pflege und je nach Verfassung und Konstitution des Pflegebedürftigen nimmt die Betreuung unterschiedlich viel Zeit und Mühe in Anspruch. Dementsprechend führt die Beurteilung des MDK zur Eingruppierung in eine Pflegestufe. Je nach Aufwand stehen die Stufen 0 (keine Leistungen) bis 3 (höchstmögliche Leistungen bei großer Pflegebedürftigkeit) zur Verfügung.

Wichtig: Der Medizinische Dienst berücksichtigt dabei nur Tätigkeiten und deren zeitlichen Aufwand, die unmittelbar der persönlichen Pflege dienen. Es geht zum einen um die Grundpflege (aufstehen, waschen, Haare kämmen, anziehen) und zum anderen um die hauswirtschaftliche Versorgung, wenn der Pflegebedürftige beispielsweise nicht selbst in der Lage ist, sein Essen zuzubereiten. Weder krankengymnastische Übungen noch sonstige Tätigkeiten, die im Zusammenhang mit gesundheitlichen Beschwerden stehen, sind hier gemeint. Für diese Fälle muss häusliche Krankenpflege mit einer ärztlichen Verordnung beantragt werden.

Dokumentation ist wichtig!

Sobald über die Beantragung einer Pflegestufe nachgedacht wird, sollte damit begonnen werden, ein Pflegetagebuch zu führen. Jede geleistete Hilfe muss dabei festgehalten werden, auch wenn dies zunächst lästig, umständlich und zeitraubend erscheint. Doch nur so lässt sich beim Termin mit dem Mitarbeiter des MDK vor Ort die tatsächliche Pflegebedürftigkeit nachweisen. Minutiös wird nämlich jeder Handgriff angerechnet, sei es der Toilettengang, die Zahnpflege oder das Waschen des Ober- oder Unterkörper. Das Bereithalten ärztlicher Unterlagen und Gutachten sollte beim Besuch des MDK ebenso selbstverständlich sein wie die Anwesenheit eines Familienangehörigen oder einer anderen pflegenden Person. Schon so mancher Pflegebedürftige hat aus falscher Scham verschwiegen, ein Inkontinenzproblem zu haben oder die Toilette nicht mehr aus eigener Kraft aufsuchen zu können und damit unbewusst die Ablehnung des Antrages herbeigeführt.

Pflegestufe Widerspruch

Doch auch bei negativem Bescheid hat man immer noch die Möglichkeit, schriftlich Widerspruch einzulegen. Die Frist dazu ist dem Bescheid zu entnehmen. Wichtig ist, eine detaillierte Begründung zu liefern und sich dabei an den verbindlichen Richtlinien zur Begutachtung der Pflegebedürftigkeit zu orientieren, die im Internet vom Medizinischen Dienst als Download bereitgestellt sind.

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