Beerdigung – Die Auseinandersetzung mit Sterben und Tod

Beerdigung

In einigen Fällen ist der Tod eines Menschen absehbar. Zum Beispiel wenn er an einer schweren und unheilbaren Krankheit leidet. Doch häufig tritt ein Sterbefall ganz plötzlich und unvorbereitet auf. Schon der Verlust des geliebten Menschen ist nur schwer zu verkraften, dennoch muss nach dem plötzlichen Tod vieles geregelt werden. Hierzu gehören auch die Modalitäten der Beerdigung.

Beisetzung – Krematorium oder Sarg

Hat sich der Verstorbene vor seinem Ableben bereits mit seiner Beisetzung beschäftigt und idealerweise einen Bestattungsvorsorgevertrag abgeschlossen, dann hat er auch festgelegt, ob er eine Erd- oder Feuerbestattung wünscht. Ist dies nicht der Fall, dann müssen die Angehörigen diese Entscheidung treffen. Dabei sollten sie sich folgende Fragen stellen.

    Was hätte der Verstorbene gewollt und hat er sich hierzu vielleicht zu Lebzeiten geäußert?
    Soll der Verstorbene anonym beerdigt werden?
    Wie lange soll die Grabstätte erhalten bleiben?
    Hat der Verstorbene eine besondere Verbindung zur See oder zur Natur gehabt?
    Spielen die Kosten eine Rolle?

Sind diese Fragen geklärt, sollte man die passende Bestattungsart gefunden haben.

Bestattungsarten in Deutschland

Welche Möglichkeiten bieten sich also in Deutschland?

Erdbestattung

Zunächst gibt es die klassische Erdbestattung. Der Verstorbene wird hierbei in einem Sarg beigesetzt. Je nach Friedhof und Friedhofsordnung kann man eine Grabstätte wählen oder bekommt ein Reihengrab zugeteilt. Grabstätten, sowohl Einzel- als auch Doppelgräber, bleiben in Deutschland mindestens 20 bis 30 Jahre erhalten. Üblich ist es, den Verstorbenen an seinem letzten festen Wohnsitz zu bestatten. Der Leichnam kann allerdings auch in eine andere Stadt überführt werden, sofern die Verwandten zum Beispiel in dieser Stadt wohnen und das Grab pflegen möchten.

Feuerbestattung

Auch häufig ist die Feuerbestattung. Hierbei wird der Verstorbene in einem Sarg eingeäschert. Anschließend wird die Asche des Verstorbenen in eine Urne gefüllt. Die Trauerfeier kann entweder vor der Einäscherung am Sarg stattfinden oder danach an der Urne. Die Urne kann dann sowohl in einem Grab, als auch in einem sogenannten Kolumbarium, einem Urnenwald, beigesetzt werden.

Seebestattung

Eine weitere Möglichkeit der Beisetzung ist die Seebestattung. Diese setzt eine Einäscherung voraus. Die Asche wird dann in eine wasserlösliche Urne gefüllt und der See übergeben. Die Angehörigen können dabei natürlich anwesend sein. Eine Seebestattung ist in ausgewählten Gebieten der Nord- und Ostsee, auf Wunsch aber auch in allen anderen Weltmeeren erlaubt. Im Anschluss an die Bestattung erhalten die Angehörigen eine Seekarte mit den nautischen Daten der Beisetzungsstelle.

Baumbestattung

Die Baumbestattung ist eine verhältnismäßig neue Methode der Beisetzung. Die Urne wird dabei am Fuß eines Baumes oder im Wurzelbereich begraben. Hierfür kann ein neuer Baum gepflanzt oder ein bestehender verwendet werden. Besonders für Menschen mit einer hohen Naturverbundenheit zu Lebzeiten ist diese Bestattungsart eine schöne Alternative.

Diamantbestattung

Die Diamantbestattung stellt eine außergewöhnliche Form der Beisetzung dar. Sie setzt zunächst ebenfalls eine Einäscherung voraus. Anschließend wird die Asche in einem Verfahren, welches der Entstehung von Diamanten nachempfunden ist, derart bearbeitet, dass aus dem Kohlenstoff, der sich in der Asche befindet, ein einmaliger Diamant entsteht. Dieser Diamant kann dann auch als Schmuck getragen werden.

Alternativen

Alternativ ist es auch möglich sich anonym beerdigen zu lassen. Dabei kann man zwischen Erd- und Feuerbestattung wählen. Der Sarg oder die Urne werden dann anonym in einem Gemeinschaftsgrab oder einem sogenannten Rasengrab beigesetzt. Im Falle einer anonymen Bestattung übernimmt der Friedhofsträger die Pflege der Grabstelle.

Eine weitere Möglichkeit, die nach deutschem Bestattungsrecht allerdings verboten ist, ist es die Urne mit der Asche des Verstorbenen mit nach Hause zu nehmen. Erlaubt ist dies zum Beispiel in unserem Nachbarland den Niederlanden. Dort herrscht im Gegensatz zu Deutschland kein Friedhofszwang, so dass die Hinterbliebenen über den Aufbewahrungsort der Asche bestimmen dürfen.

Bestattungskosten – Was kostet in Würde Sterben

Mit welchen Kosten muss ich rechnen um dem Verstorbenen eine würdevolle Bestattung zu bereiten? Je nach Stadt und Bestattungsunternehmen variieren die Kosten für eine würdevolle Beerdigung sehr stark. Denn im Gegensatz zu anderen Berufszweigen gibt es für das Bestattungswesen keine gesetzliche Gebührenordnung. Für eine Erdbestattung fallen je nach Ausführung zwischen 1.500 € und 15.000 € an. Die größten Posten sind hierbei: Bestatter, Friedhof und Steinmetz. Der Bestatter kümmert sich um die Überführung des Verstorbenen, dessen Aufbahrung und die hygienische Versorgung des Leichnams. Zusätzlich bieten viele Bestatter umfangreiche Leistungen an. Hierzu zählen zum Beispiel das organisieren eines Trauerredners oder der Musik für die Trauerfeier. Auch Blumenschmuck kann direkt beim Bestatter bestellt werden. Andere Unternehmen bieten diese Zusatzleistungen nicht und haben sich auf kostengünstige Beerdigungen spezialisiert.

Die Friedhofskosten unterscheiden sich sehr stark. Hierbei spielt die Regionen eine Rolle in der sich der Friedhof befindet. So sind Friedhöfe auf dem Land oft günstiger wie in großen Städten. Friedhöfe haben eine Gebührenordnung, weshalb man sich hier vorher genau informieren kann. Die Gebühren für die Grabstelle und sonstige Leistungen sind für die gesamte Dauer zu entrichten. Soll die Grabstelle nach den meist üblichen 20 oder 30 Jahren weiter erhalten bleiben, ist eine Verlängerung möglich. Auch an die Grabpflege sollte man denken. Wenn sich die Friedhofsgärtnerei um die Pflege kümmern soll, fallen hierfür zusätzliche Kosten an. Die Kosten für den Steinmetz sind in der Regel etwas später zu entrichten, da die Anfertigung eines Grabsteines einige Zeit dauert und der Stein auch erst nach dem Absenken der Grabstelle installiert werden kann, um ein weiteres Absenken auszuschließen. Auch in den Tagen der Trauer sollten sie sich Vergleichsangebote und Kostenvoranschläge einholen um die Beerdigung ihres Angehörigen nach seinen oder ihren Wünschen, vor allem aber in Würde zu gestalten.

Bevor ich sterbe – Möglichkeiten der Bestattungsvorsorge

Um den Angehörigen den Gang zu verschiedenen Bestattungsinstituten abzunehmen und die eigenen Beerdigung nach den eigenen Wünschen zu gestalten, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Bestattungsvorsorge. Zum einen kann im Rahmen einer zu Lebzeiten erstellten Bestattungsverfügung alles geregelt werden, was man sich für das eigene Begräbnis wünscht. Zusätzlich zur Verwirklichung der eigenen Vorstellungen kann man durch eine Bestattungsverfügung seine Angehörigen in der ohnehin schweren Zeit der Trauer entlasten. Die Bestattungsverfügung sollte handschriftlich verfasst und unterschrieben sein. Ist man nicht mehr in der Lage seine Wünsche handschriftlich festzuhalten, so kann man die Bestattungsvollmacht auch maschinell erstellen und von einem Notar beglaubigen lassen. Für eine Einäscherung benötigt man eine Bestätigung des Willens des Verstorbenen. Diese kann regelmäßig durch die Angehörigen erteilt werden. Für eine Seebestattung muss man die Verbundenheit mit der See nachweisen, da eine solche Art der Bestattung amtlich genehmigt werden muss. Auch dieser Nachweis lässt sich problemlos von den Angehörigen erteilen. Um Unklarheiten vorzubeugen empfiehlt es sich jedoch auch solche Verfügungen vor dem Tod selbst zu treffen.

Eine weitere Möglichkeit ist der Abschluss eines Bestattungsvorsorgevertrages. In diesem kann man die gewünschte Art der Bestattung festhalten. Zudem kann bereits ein Bestattungsunternehmen benannt werden, welches im Todesfall benachrichtigt werden kann/soll. Auch werden in dem Vorsorgevertrag bereits die Zahlungsmodalitäten vereinbart. Standardmäßig wird dabei das Geld für die Beerdigung auf ein Treuhandkonto überwiesen und im Sterbefall an den Bestatter gezahlt. Die genannten Verfügungen werden in den Bestattungsvorsorgevertrag aufgenommen.

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