Die Pflegestufen – Unterscheidungsmerkmale

Die-Pflegestufen

Je nach Schwere der Pflegebedürftigkeit erfolgt laut § 15 SGB XI die Eingruppierung in eine von drei Pflegestufen, die dann auch ausschlaggebend ist für die Höhe der gezahlten Leistungen aus der Pflegeversicherung. Dabei werden alle nötigen Hilfen zur Grundpflege und zur hauswirtschaftlichen Versorgung, die im Richtlinienkatalog des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) aufgelistet sind, berücksichtigt, Zeitkorridore ermittelt und der tägliche zeitliche Aufwand addiert. Zähneputzen nimmt demnach beispielsweise 5 Minuten täglich in Anspruch und das Waschen des Unterkörpers 12 bis 15 Minuten. Wöchentliche Pflegeleistungen wie die Hilfe bei einem Wannenbad, werden auf die Wochentage umgelegt.

Pflegestufe 0

Eigentlich heißt Pflegestufe 0: Einstufung als Pflegebedürftig abgelehnt. Doch auch wenn einem Pflegebedürftigen vom MDK keine Pflegestufe zugesprochen wird und im Bereich der Grundpflege noch keine Hilfe nötig ist, so kann er doch auf Unterstützung in einigen Bereichen angewiesen sein. Demenz und Alzheimer sind hier wesentliche Stichworte. Es hat sich eingebürgert, in diesem Fall von der Pflegestufe 0 zu reden. Wer keine Leistungen aus der Pflegeversicherung für die Pflegestufen 1 bis 3 bezieht, aber trotzdem nur dank regelmäßiger Hilfestellungen den Alltag in der eigenen Wohnung bewältigen kann, dem kann seit 2008 nach der Begutachtung durch den MDK eine „eingeschränkte Alltagskompetenz“ bescheinigt werden und ein Betreuungsbetrag zustehen.

Pflegestufe 1

Ein durchschnittlicher täglicher Pflegebedarf von 90 Minuten ist die Grundvoraussetzung zur Anerkennung der sogenannten erheblichen Pflegebedürftigkeit. Dabei müssen mindestens 46 Minuten davon auf die Grundpflege entfallen und mindestens zwei Verrichtungen in Körperpflege, Mobilität oder Ernährung nötig sein. Das Pflegegeld bei Betreuung durch Angehörige beträgt derzeit monatlich 235 €, die Sachleistungen bei Versorgung durch professionelle Pflegeeinrichtungen 450 €. Diese Sachleistungen werden von der Kasse übrigens direkt an die Pflegeeinrichtungen gezahlt.

Pflegestufe 2

Diese Schwerpflegebedürftigkeit liegt vor, wenn mindestens dreimal am Tag zu verschiedenen Zeiten Hilfe nötig ist und diese insgesamt mindestens 180 Minuten in Anspruch nimmt. 120 Minuten davon müssen der Grundpflege gewidmet sein. 440 € beträgt das Pflegegeld in der Pflegestufe 2, an Sachleistungen sind bis zu 1.100 € möglich.

Pflegestufe 3

Bei einer täglichen Gesamtpflegezeit von mindestens 300 Minuten, davon mindestens 240 Minuten Grundpflege, wird Pflegestufe 3 (Schwerstpflegebedürftigkeit) gewährt. Der Bedarf an Hilfe muss rund um die Uhr bestehen. Bei der selbst übernommenen Pflege zuhause wird ein Pflegegeld von 700 € monatlich gezahlt, die Pflegesachleistungen können bis zu 1.550 € abgerufen werden, in Härtefällen bis zu 1.918 €

Vorbereitet sein

Für Pflegebedürftige, aber vor allem für ihre Angehörigen kann eine rechtzeitige Vorsorge die Kostenbürde der Pflege senken. Durch Pflegezusatzversicherungen können bis zu 4.500 € zusätzlich abgesichert werden. Es lohnt sich also sich rechtzeitig mit dem Thema Pflegevorsorge auseinanderzusetzten, um somit im schlimmsten Fall abgesichert zu sein.

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