Förderung und Initiierung von Netzwerken für Senioren

Freiwillig tätig sein und Erfahrungen sammeln

Um im Alter nicht mit seinen Problemen allein zu sein und dem technischen Fortschritt, den auch viele Senioren erfolgreich mitgemacht haben, Rechnung zu tragen, entstehen im Internet immer mehr Plattformen, die speziell auf die Bedürfnisse von Senioren ausgerichtet sind. So gibt es beispielsweise diverse Foren für Senioren, auf denen sie sich mit gleichgesinnten über allerlei Nützliches austauschen können. Dies kann dann über Chats oder auch über Treffen geschehen, die von den Initiatoren der Foren in regelmäßigen Abständen organisiert werden. Durch solche Foren wird die Entstehung von Netzwerken für Senioren gefördert. Thematisch sind solche Seiten breit aufgestellt. Von Informationen über tagesaktuelle, politische Themen, lassen sich auch Ratgeber zu diversen Themen, wie Urlaub im Alter, Liebe im Alter oder gesundes Kochen finden. Auch medizinische Fragen werden geklärt.

Zusätzlich dazu kann man sich über die Möglichkeiten des Wohnens im Alter informieren. Aber auch Kontaktbörsen stehen auf Seniorenforen zur Verfügung. Nicht alle, aber viele Senioren suchen sich im Alter, nach dem Tod ihrer Partnerin oder ihres Partners noch einmal einen lieben Menschen, der mit ihnen sein Leben teilen möchte. Ins Gespräch kommen sie dabei oft durch die gleichen Schicksale. Doch nicht nur Lebenspartner, auch Freunde können über Kontaktbörsen gefunden werden, mit denen man nochmal auf Reisen gehen oder gemeinsame Freizeitaktivitäten ausüben kann. Foren für Senioren leisten ihren Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität im Alter. Nicht nur der informative Charakter solcher Angebote spielt dabei eine Rolle, schon die Benutzung des Computers, um auf diese Inhalte zugreifen zu können, fördert und fordert Senioren in positiver Hinsicht.

Migranten in Deutschland

Der demografische Wandel in Deutschland betrifft auch Menschen mit Migrationshintergrund. Viele der älteren Migrantinnen und Migranten werden auch im Ruhestand nicht den Weg zurück in ihr Heimatland suchen, sondern werden in Deutschland bleiben. Sei es, weil es ihnen hier besser geht, weil sie Familie haben oder weil sie aus gesundheitlichen Gründen keine Möglichkeit der Rückkehr haben. Da es gerade in dieser Bevölkerungsgruppe noch immer einen Großteil von Menschen gibt, die nur wenig oder gar kein deutsch sprechen, gestaltet sich deren Integration und die medizinische und pflegerische Versorgung im Alter eher schwierig. Aufgrund der kulturellen Unterschiede und der verschiedenen Interessen, muss man sich in den nächsten Jahren noch stärker für einen interkulturellen Austausch zwischen Migranten und Deutschen bemühen. Denn auch die gesellschaftliche Integration von Migrantinnen und Migranten im Alter, verbessert deren Lebensqualität.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, hat daher im Rahmen seines Förderprogramms „Soziale Innovationen für Lebensqualität im Alter“ auch Projekte unterstützt, die sich mit der Integration von Migranten im Alter beschäftigt haben. Zwei dieser Projekte sollen im Folgenden vorgestellt werden.

Ältere Migrant(inn)en im Quartier

Die Städte Wiesbaden, Fulda und München haben es sich zur Aufgabe gemacht, durch das Projekt „Ältere Migrant(inn)en im Quartier“, die Förderung und Stärkung nachbarschaftlicher Unterstützungssysteme für Senioren mit Migrationshintergrund voranzutreiben. Ziel des Projektes ist es, durch gezielte Befragungen die Probleme, Barrieren und Bedürfnisse, älterer Migranten im Alltag zu erforschen. Darauf aufbauend sollen individuelle Beratungsangebote für Senioren mit Migrationshintergrund im Bezug auf ein selbstständiges Leben mit gesellschaftlicher Integration erarbeitet werden. Um Ergebnisse zu gewinnen, die später auf alle Lebensbereiche und Lebenssituation übertragen werden können, werden sowohl Migrantinnen und Migranten aus urbanen als auch ländlichen Gegenden sowie aus verschiedenen sozialen Schichten befragt. Durch die gewonnenen Erkenntnisse sollen Möglichkeiten der Förderung der Lebensführung und der präferierten Lebensbewältigungsstrategien erarbeitet und umgesetzt werden.

„Altern und Versorgung im nachbarschaftlichen Netz“

Ein weiteres gefördertes Projekt ist „Altern und Versorgung im nachbarschaftlichen Netz“ der Hochschule Ravensburg-Weingarten in Zusammenarbeit mit der Wohnungsgenossenschaft Bau- und Sparverein eG Ravensburg und dem Altenhilfeträger der Stiftung Liebenau. Die Förderungssumme dieses Projektes beläuft sich auf 160.000 Euro. Angeregt von der Überlegung, dass die Masse an freiwilligen Helfern im Bereich Pflege und Versorgung von Senioren weitestgehend stagniert und auch die Möglichkeiten und die Bereitschaft der Familien im Bezug auf die Pflege von Verwandten in den nächsten Jahren noch deutlich abnehmen wird, möchte man Mittel und Wege finden, um die Langzeitpflege in der unmittelbaren Nachbarschaft zu fördern. Durch verschiedene Projekte des generationenübergreifenden Wohnens, ist die Erkenntnis entstanden, dass die nachbarschaftliche Pflege prinzipiell möglich ist, jedoch der professionellen Unterstützung und der Bereitschaft der Betroffenen bedarf. Das Projektgebiet erstreckte sich auf drei kleinere Wohnquartiere mit etwa 1000 Wohneinheiten. Die Bewohner dort leben zum Großteil schon zehn, zwanzig oder sogar mehr Jahre in diesen Vierteln. Aufgrund von zunehmendem Alter in diesen Gegenden, dem ständigen Ein- und Auszug verschiedener Mieter und der zunehmenden Anzahl an Bewohnern mit Migrationshintergrund, ist die einst so große Gemeinschaft der Bewohner zerfallen.

Um die Versorgung der alleinlebenden Senioren zu sichern, hat die Wohnungsgenossenschaft einen Kooperationsvertrag mit einem Altenhilfeträger geschlossen und bemüht sich bei Auszug die freien Wohnungen zunehmenden zu Pflegewohngemeinschaften auszubauen. Gemeinsam mit den Kooperationsfirmen wurde ein Programm ausgearbeitet, das drei wesentliche Punkte beinhaltet. Zum einen soll ein nachbarschaftliches Beziehungsnetzwerk aufgebaut werden. Diese sieht es vor, eine ganzheitliche Versorgung von Senioren, die Pflege benötigen zu sichern. Dabei sollen Nachbarn aus verschiedenen Generation und Nachbarn mit Migrationshintergrund gleichermaßen tätig werden. Um den Kreis zu schließen, sollen Senioren, sofern es ihnen möglich ist, ihrerseits auch Aktivitäten innerhalb der Nachbarschaft übernehmen. So beispielsweise die kurzzeitige Betreuung von Kindern, deren Eltern aus beruflichen Gründen verhindert oder viel unterwegs sind. Punkt zwei sieht die Erforschung der Entwicklungsfähigkeit von nachbarschaftlichem Sozialkapital vor. Dies soll durch die Untersuchung verschiedener bereits bestehender und neu gegründeter Hausgemeinschaften erreicht werden.

Schließlich, so Punkt drei, soll eine Analyse des Ertrags und des Mehrwerts, der den Bewohnern durch die nachbarschaftliche Hilfe entsteht, vollzogen werden. Als Ergebnis des Projektes erhofft man sich Erkenntnisse über das gezielte Fördern von nachbarschaftlichen Gemeinschaften und deren Nutzen für die Gesellschaft. Besonders wichtig ist es den durchführenden Partnern des Projektes, dass der Wunsch vieler älterer Menschen, nach Gemeinschaft und dem alt werden in der gewohnten Umgebung, im Vordergrund steht. Durch nachbarschaftliche Hilfe soll die Pflege von älteren Menschen im ambulanten Bereich bezahlbar bleiben. Denn die Pflegeversicherung übernimmt nicht alle Kosten. Wer nicht die Möglichkeit hat, sich auf ein solches nachbarschaftliches Wohnen verlassen zu können, dennoch im Alter nicht aus den eigenen vier Wänden ausziehen und sich auch im Pflegefall stets gut versorgt wissen will, der sollte über den Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung nachdenken. Bei der Wahl des richtigen Tarifs, übernimmt diese im Pflegefall genauso viele Kosten für die ambulante Pflege, wie sie für die stationäre übernehmen würde. Je eher man eine solche Zusatzversicherung abschließt, desto besser. Denn mit zunehmendem Alter steigen die Beiträge und die Situation, in der man zum Pflegefall wird kann auch plötzlich eintreten.

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