Multimorbidität im Alter

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Aufgrund der demografischen Entwicklung in Deutschland, wird die Gesellschaft immer älter. Dies resultiert aus schwachen Geburtsraten und der besseren medizinischen Versorgung älterer Menschen, sowie dem Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwartung. Die Wahrscheinlichkeit an einer chronischen Krankheit, wie Diabetes, Arthrose, Herzinsuffizienz oder Osteoporose zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter an. Wenn bei einem Patienten mehrere dieser Erkrankungen auftreten, spricht man in der Medizin von Multimorbidität. Bleiben die Symptome medikamentös behandelbar und lassen sich kontrollieren, dann stellt das zunächst kein Problem dar. Doch wenn die Multimorbidität nicht behandelbar ist, kann das bedeuten dass der Betroffene zum Pflegefall wird. Deshalb lohnt es sich bereits bei den ersten Anzeichen der Mehrfacherkrankung über eine Pflegeversicherung nachzudenken, um im schlimmsten Fall vorbereitet zu sein.

Gründe für Multimorbidität

Von Multimorbidität sind meist Menschen höheren Alters betroffen. So leiden viele Senioren über 70 an drei oder mehr Krankheiten gleichzeitig. Ganz besonders von verschiedenen Krankheiten betroffen sind dabei das Herz-Kreislauf-System, die Atmungsorgane, der Stoffwechsel und der Bewegungs- und Stützapparat. Mit Multimorbidität im Zusammenhang stehen eine erhöhte Inanspruchnahme medizinischer Leistungen, das erhöhte Risiko frühzeitig zu sterben und die drastische Verschlechterung der Lebensqualität. Für die Medizin sind dabei hauptsächlich das erhöhte Sterberisiko und die Verschlechterung der Lebensqualität relevant. Multimorbidität kann auch durch Krankheiten begünstigt werden. So hat ein Patient mit Diabetes ein um ein vielfaches höheres Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden oder ein Nierenleiden zu bekommen. Auch Menschen mit Arthrose erleiden oft Folgeerkrankungen. Der Bewegungsmangel, der durch die Arthrose entsteht, erhöht das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung und einer Diabetes. Auch Atemwegerkrankungen werden durch mangelnde Bewegung oder Bettruhe begünstigt. So erkranken viele älter Menschen an schweren Lungenentzündungen wenn sie das Bett hüten müssen.

Formen der Vielfacherkrankung

Multimorbidität hat im Wesentlichen zwei Gesichter. Man unterscheidet in unabhängige und abhängige Krankheitsbilder. Unabhängige Multimorbidität bedeutet, dass sich die einzelnen Erkrankungen untereinander nicht beeinflussen und begünstigen. Umgekehrt bei der abhängigen Multimorbidität. Bei dieser besteht ein kausaler Zusammenhang zwischen den einzelnen Krankheiten. So begünstigt wie bereits erwähnt, die Diabetes zum Beispiel ein Nierenleiden oder Bluthochdruck.

Verbreitete Symptome

Die genaue Zuordnung der auftretenden Symptome zu einer bestimmten Erkrankung gestaltet sich bei Patienten mit Multimorbidität oft schwierig. Gerade im Fall der abhängigen Multimorbidität, beeinflussen sich die Krankheiten untereinander, was es noch schwerer macht, eine konkrete Einordnung vorzunehmen. Die bekanntesten Symptome, die untereinander in Wechselwirkung stehen können sind Diabetes, Arthritis, Schlaganfall, Osteoporose, Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen, sowie Erkrankungen des Stoffwechselsystems und Bluthochdruck.

Therapie von multimorbiden Patienten

Die Therapie von multimorbiden Patienten ist schwierig und bedarf der Zusammenarbeit aller behandelnden Ärzte. Wird eine Krankheit medikamentös behandelt, kann dieses Medikament durch seine Nebenwirkungen wiederum eine andere Krankheit fördern. Möglich ist auch, dass sich die Wirkstoffe gegenseitig aufheben. Problematisch ist, dass die meisten Empfehlungen zur Einnahme von bestimmten Medikamenten durch den Test an oft jüngeren Menschen erarbeitet worden sind. Gerade für den Einsatz bei Multimorbidität oder bei älteren Menschen, gibt es wenige bis gar keine Anwendungshinweise. Das hat zur Folge, dass bei der Einnahme verschiedener Präparate, nicht einfach die Hinweise auf dem Beipackzettel beachtet werden können. Jeder Arzt sollte deshalb über alle Medikamente, auch frei verkäufliche Medikamente und Nahrungsergänzungsstoffe Bescheid wissen um die Besonderheiten bei der Therapie beachten zu können.

Doch nicht nur die medikamentöse Behandlung ist wichtig. Die Patienten sollten auch selbst an der Therapie der Multimorbidität mitwirken. So lassen sich etwa Symptome wie Bluthochdruck oder ein erhöhter Blutzuckerspiegel, durch reduzieren des Gewichts, die Umstellung der Ernährung und regelmäßige Bewegung eindämmen. Es empfiehlt sich auch spezielle Sportangebote für Senioren zu besuchen, da es oft einfacher ist, gemeinsam in der Gruppe von alten Gewohnheiten Abstand zu nehmen. Zudem fällt es so leichter, sich zur Bewegung zu motivieren.

AMA – Autonomie trotz Multimorbidität im Alter

Die Verbesserung der Lebenssituation alter multimorbider Menschen in Privathaushalten und Pflegeheimen, hat sich der Berliner Forschungsverbund AMA I – Autonomie trotz Multimorbidität im Alter, zum Ziel gemacht. Im Rahmen des Förderprogramms „Gesundheit im Alter“, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, wird der Forschungsverbund bei seiner Arbeit unterstützt. AMA hat sich der Herausforderung gestellt, die Betroffenen bei ihrem Ziel nach einem selbstbestimmten und weitestgehend unabhängigen Leben trotz Mehrfacherkrankungen zu unterstützen. Erreicht werden soll dies durch eine gezielte Analyse durch die es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Berliner Charité möglich sein soll, Strukturen und Methoden zu entwickeln, die zur Verbesserung der Lebensqualität multimorbider Menschen beitragen sollen. In sieben verschiedenen Projekten sollen Fragen zu Multimorbidität, Autonomie und Lebensqualität im Alter geklärt werden. Diese sind nach drei Schwerpunkten geordnet. Zum ersten Schwerpunkt, der Analyse von Multimorbidität, Lebensqualität und Autonomie im Alter, gehören die Projekte OMAHA und MIGRANT-DEM. Der zweite Schwerpunkt umfasst die Projekt PREFER, PAIN, NEIGHBOURHOOD und INSOMNIA. Er trägt die Bezeichnung Analyse personaler, sozialer, sozialräumlicher und institutioneller Ressourcen. Der dritte Schwerpunkt umfasst die Wissenschaftliche Integration und den Praxistransfer. Hierin fand das Projekt AMA-INTEGRATION statt. Im Folgenden sollen zwei Projekte näher beleuchtet werden.

MIGRANT-DEM

MIGRANT-DEM beschäftigt sich mit der Problematik des Zugangs und der Inanspruchnahme von medizinischen und sozialen Leistungen von Menschen mit türkischer oder russischer Herkunft, die die deutsche Sprache nicht beherrschen. Um diese Sprachbarriere bei der Versorgung von Menschen mit Migrationshintergrund zu überwinden, arbeiteten die Wissenschaftler an der Entwicklung sprachunabhängiger Möglichkeiten der Diagnose von Multimorbidität. Unterstützt wird die Charité Berlin dabei von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie II, der Universität Ulm.

INSOMNIA

Dem bisher weitestgehend unerforschten Phänomen, der Schlafstörungen bei Patienten mit Multimorbidität in Pflegeheimen, widmen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Alice Salomon Hochschule. Schlafstörungen treten demnach gehäuft bei Menschen auf, die verschiedene Medikamente einnehmen. Sie können aber auch Symptom verschiedener Erkrankungen sein. Neben Erkenntnissen zur Verbreitung von Schlafstörungen bei pflegebedürftigen Menschen mit Multimorbidität, liefert INSOMNIA auch Informationen zum Zusammenhang von Schlafstörungen und Mehrfacherkrankungen. Ziel ist es, eine Sammlung von Daten zur besseren Versorgung von pflegebedürftigen Menschen mit Multimorbidität und Schlafstörungen in Heimen oder im privaten Bereich zu erstellen.

Nach der erfolgreichen ersten Phase von AMA-Autonomie trotz Multimorbidität im Alter, ist das Projekt 2011 in die nächste Phase übergegangen. AMA II knüpft an die gewonnenen Erkenntnisse an und soll diese noch erweitern. Der Berliner Verbund AMA fügt mit seinem Wirken einen wichtigen und nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation älterer, multimorbider Menschen hinzu. Die gezogenen Informationen werden in den Zeiten des demografischen Wandels in Deutschland und auch in Europa noch von Bedeutung sein.

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