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InfoPatientenverfügung – Informationsseite

Eine Orientierungshilfe zum kostenlosen Herunterladen für Interessierte zur Thematik Patientenverfügung

Informationen auf dieser SeiteInfo

  • Weshalb eine Patientenverfügung anfertigen
  • Die Rechte des Patienten
  • Gut zu wissen – interessante Fakten

Patientenverfügung – Muster – Formular – Vorlage


Patientenverfügung – Die Hintergründe

Aufgrund neuster wissenschaftlicher und technischer Erkenntnisse in der Medizin, kann man heute Menschen helfen, für die es vor einigen Jahrzehnten, keine Hoffnungen mehr gab. Für Viele entsteht hierdurch eine neue Zuversicht. Andere dagegen haben Angst vor einem längeren Leiden durch lebenserhaltende Maßnahmen.

Deshalb gibt der Gesetzgeber jedem Menschen das Recht, durch eine schriftlich verfasste Patientenverfügung, selbst über das „ob“ und das „wie“ der erforderlichen medizinischen Handlungen zu entscheiden.

Warum brauche ich eine Patientenverfügung?

Solange man selbst noch entscheidungsfähig ist, kann man dem behandelnden Arzt, seine Zustimmung oder Verweigerung zum Beginn oder zur Fortführung einer Therapie geben. Ist man in Folge von Demenz, Krankheit oder Unfall nicht mehr in der Lage, seinen Willen mitzuteilen, so entscheidet hierüber ein Anderer.

Um im konkret geschilderten Krankheitszustand selbst über die erwünschte und unerwünschte Behandlung zu entscheiden, kann man mit einer Patientenverfügung die nötige Vorsorge treffen. Dabei sollten auch die eigenen Einstellungen zum Leben und Sterben, persönliche Wertvorstellungen sowie religiöse Anschauungen bei der Erstellung der Patientenverfügung berücksichtigt werden, um dem behandelnden medizinischen Personal, im erforderlichen Fall eine Hilfe bei der Auslegung des eigenen Willens zu geben.

Was sollte ich beim Erstellen einer Patientenverfügung beachten?

Sollten sie vor der Überlegung stehen, ob sie eine Patientenverfügung erstellen sollen oder nicht, ist es ratsam, zunächst darüber nachzudenken, was für sie im Zusammenhang mit Krankheit, Tod und Leiden bedeutend ist. Auch sollten sie feststellen, was ihnen Angst macht und was sie für sich im Krankheitsfall erwarten.

Für die meisten Menschen ist die Auseinandersetzung mit Krankheit, Leiden und Tod nicht einfach. Umso wichtiger ist es, seine Entscheidungen genau zu überdenken. Die getroffenen Maßnahmen in einer Patientenverfügung, sind für den Arzt oder die Ärztin, die den Festlegungen entsprechen, bindend.

Lebensqualität vs. Lebensdauer

Das bedeutet, dass man selbst die Verantwortung für die Folgen der medizinischen Behandlungen, die anhand der Patientenverfügung getroffen werden, übernimmt. Stellen sie sich die Frage, wie ihr Leben in Zukunft aussehen soll. Was ist ihnen wichtiger, die Qualität des Lebens oder seine Dauer? Welche Rolle spielt die Familie, spielen Freunde in ihrem Leben? Können sie fremde Hilfe gut annehmen oder haben sie Angst Jemandem zur Last zu fallen? Was ist für sie die schlimmste Vorstellung im Bezug auf Krankheit, Leiden und Tod? Wie stehen sie zu Gott und was erwarten sie nach dem Tod?

Folgen bedenken

Bei alledem ist zu beachten, dass auch trotz neuster wissenschaftlicher und technischer Möglichkeiten, eine Prognose bezüglich des Erfolgs der medizinischen Maßnahmen und eventueller Folgeschäden, kaum möglich ist. Sein sie sich deshalb bewusst, dass sie durch einen Behandlungsverzicht möglicherweise auch auf ein Weiterleben verzichten.

Andererseits kann die Aussicht auf Weiterleben auch bedeuten, Abhängigkeit und Fremdbestimmung in Kauf zu nehmen. Deshalb sollten sie sich bei ihren Überlegungen, eine Patientenverfügung zu erstellen oder nicht, genügend Zeit nehmen, sich nicht unter Druck setzen und eventuell mit ihrem Hausarzt und ihnen nahestehenden Personen sprechen. Zudem ist es ratsam, sich bei Unklarheiten, fachkundige Hilfe bei einem Rechtsanwalt oder Notar zu holen.

Bestimmen sie eine Person ihres Vertrauens mit der Wahrnehmung ihres in der Patientenverfügung festgelegten Willens. Erteilen sie ihr eine schriftliche Vollmacht, in Gesundheitsfragen für sie einzutreten. Besprechen sie ihre Vorstellungen mit dieser Person, denn auch mündliche Äußerungen sind nicht wirkungslos. Sie müssen bei der Beurteilung ihres möglichen Willens durch ihren Vertreter oder ihre Vertreterin ebenfalls berücksichtigt werden.

Welche Form muss meine Patientenverfügung haben?

Der Gesetzgeber sieht für die Regelungen im Bezug auf die Patientenverfügung vor, dass die Patientenverfügung schriftlich formuliert und durch Unterschrift mit dem eigenen Namen oder durch ein notariell beglaubigtes Handzeichen zu unterzeichnen ist. Niemand ist jedoch an eine einmal schriftlich erstellte Patientenverfügung lebenslang gebunden. Sie kann jederzeit formlos widerrufen werden.

Eine regelmäßige, zum Beispiel jährliche, Überprüfung der Patientenverfügung und gegebenenfalls notwendige Aktualisierung, ist ratsam. Dabei sollten auch die getroffenen Entscheidungen, mit Blick auf die neusten medizinischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse, überdacht, konkretisiert und eventuell geändert werden.

Wie gelangt meine Patientenverfügung zu dem behandelnden Arzt?

Bewahren sie ihre Patientenverfügung stets so auf, dass Ärzte, Vertreter, Betreuer und eventuell auch das Betreuungsgericht, so schnell wie möglich von deren Existenz und ihrem Verwahrungsort Kenntnis erlangen können, um ihrem Willen, im Ernstfall zu entsprechen.

Zu diesem Zweck ist es möglich, einen Hinweis mit sich zu führen, wo sich die Patientenverfügung befindet. Bei der Einlieferung in ein Krankenhaus oder Pflegeheim sollte auf die Patientenverfügung hingewiesen werden. Auch eine möglicherweise bevollmächtigte Vertrauensperson sollte informiert werden.

Findet meine Patientenverfügung im Ernstfall Beachtung?

Eventuellen Bedenken, zur Beachtung der Patientenverfügung, kann entgegengehalten werden, dass die neuen gesetzlichen Regelungen zur Patientenverfügung vorsehen, dass Bestimmungen für oder gegen bestimmte medizinische Maßnahmen verbindlich sind, sofern durch sie der Wille für eine konkrete Lebens- und Behandlungssituation unzweifelhaft und sicher festgestellt werden kann.

Eine solche Patientenverfügung muss der behandelnde Arzt auch beachten, sofern kein Vertreter bestellt ist. Ein Verstoß gegen den Willen des Patienten kann als Körperverletzung bestraft werden.

Ein bestellter Vertreter ist verpflichtet, die Patientenverfügung zu kontrollieren und dem festgesetzten Willen zu entsprechen und diesen auch durchzusetzen. Der Wille des Vertreters darf dabei den Willen des Patienten nicht ersetzen.

Für die Beachtung der Patientenverfügung ist es außerdem wichtig, dass sie ihre getroffenen Entscheidungen eigenverantwortlich und ohne fremde Einwirkung abgeben haben. Auch darf sie zum Zeitpunkt der Anwendung nicht widerrufen worden sein. Bestimmungen, die gegen ein gesetzliches Verbot verstoßen sind unbeachtlich. Eine strafbare Tötung auf Verlangen durch einen Arzt kann deshalb nicht als wirksame Bestimmung in die Patientenverfügung aufgenommen werden.

Eine in der Patientenverfügung festgesetzte Bestimmung bezüglich der Zustimmung zu einem Eingriff in die körperliche Integrität, wie im Falle einer Operation, ist nur wirksam, sofern vorher eine Aufklärung durch einen Arzt stattgefunden hat, außer, sie haben darauf verzichtet. In beiden Fällen sollte sich aus der Patientenverfügung der konkrete Sachverhalt ergeben.

Warum sollte die Patientenverfügung auch meine persönlichen Wertvorstellungen enthalten?

Haben sie keine Patientenverfügung oder entsprechen die Bestimmungen in ihrer Patientenverfügung nicht der konkreten Lebens- oder Behandlungssituation, wird für sie ein Vertreter bestellt, der über die Zustimmung zur jeweils nötigen medizinischen Maßnahme entscheidet. Dabei muss ihr mutmaßlicher Wille durch den Betreuer festgestellt und angewendet werden. Zu beachten sind dabei besonders vorausgegangene Äußerungen, Wertvorstellungen und Überzeugungen.

Deshalb ist es wichtig, in der Patientenverfügung auch die eigenen Wertvorstellungen, Überzeugungen und religiösen Ansichten niederzuschreiben. Das „ob“ und „wie“ der medizinischen Behandlung in kritischem Zustand geht meist aus Ängsten, religiösen Ansichten, Hoffnungen und eigenen Wertvorstellungen hervor. Es ist deshalb von Vorteil, wenn der Wille in der Patientenverfügung durch Darlegung dieser und anderer persönlicher Gründe, nachvollziehbar ist. Das kann bei Auslegungsfragen wichtig sein, wenn die Behandlungssituation zum Beispiel nicht der in ihrer Patientenverfügung beschriebenen Situation entspricht. Die eigenen Wertvorstellungen, Überzeugungen und religiösen Ansichten stellen deshalb eine gute Ergänzung ihrer Patientenverfügung dar und heben deren Ernsthaftigkeit hervor.

Wie werden meine Interessen im Ernstfall vertreten?

Durch die Patientenverfügung können sie festlegen, wie sie behandelt werden wollen, wenn sie nicht mehr in der Lage sind, selbst darüber zu entscheiden. Von großer Bedeutung ist jedoch auch, dass ihr Wille im Zweifelsfall, von der durch sie bestimmten Person, vertreten und durchgesetzt wird, wenn sie nicht mehr sprechen können.

Haben sie eine Person bevollmächtigt, sie in Gesundheitsfragen zu vertreten, dann wird diese ihre Anordnungen gemäß der Patientenverfügung durchsetzen. Deshalb sollten sie ihre Patientenverfügung mit dieser Person besprechen und ihr auch mögliche Änderungen stets mitteilen.

Haben sie niemanden bevollmächtigt sie zu vertreten, dann wird das Betreuungsgericht einen Vertreter oder eine Vertreterin für sie bestellen, der dann in ihrem Willen in Gesundheitsfragen für sie entscheiden wird.

Durch eine Betreuungsverfügung können sie dem Betreuungsgericht eine solche Person vorschlagen. Der bestellte Vertreter hat dann die Aufgabe, ihre in der Patientenverfügung festgesetzten Anordnungen ebenso durchzusetzen, wie es ein von ihnen bevollmächtigter Vertreter machen muss.

Geben sie in ihrer Patientenverfügung an, mit wem sie über ihre Vorstellungen gesprochen haben. Das ist besonders wichtig, wenn sie allein leben und keine nahestehenden Verwandten oder Bekannte haben. In so einem Fall ist es gut, wenn sie mit ihrem Hausarzt, einem Mitarbeiter des Pflegedienstes oder einem Vertreter ihrer Religionsgemeinschaft über ihre Patientenverfügung sprechen. Das kann für einen Betreuer oder eine Betreuerin, der sie nicht genau kennt, eine wertvolle Hilfe bei der Ermittlung ihres Willens sein.