Pflegezusatzversicherung

Weshalb eine Pflegezusatzversicherung

Die gesetzliche Pflegerisikoabsicherung mittels der Sozialen Pflegeversicherung ist aus vielerlei Hinsicht nicht ausreichend um einen risikogerechten Schutz im Pflegefalll zu gewährleisten. Eine Pflegezusatzversicherung kann diese Lücke schließen und dabei helfen eine adäquate Risikovorsorge sicherzustellen. Pflegezusatzversicherung ist aber nicht gleich Pflegezusatzversicherung. Bei der Ausgestaltung einer Pflegezusatzversicherung gibt es verschiedene Formen. Auf die verschiedenen Arten der Pflegezusatzversicherung wird im Weiteren noch genauer eingegangen und die Besonderheiten und individuellen Vor- oder Nachteile der jeweiligen Art der Pflegezusatzversicherung aufgezeigt und erläutert.

Eine Pflegezusatzversicherung ist für jeden lohnenswert, der im Pflegefall ausreichend abgesichert sein möchte. Da die Soziale Pflegeversicherung nur einen sogenannten „Teilkaskocharakter“ vorweisen kann, besteht eine Deckungslücke zwischen den tatsächlichen Kosten im Pflegefall und den zu erwartenden Leistungen. Die Pflegezusatzversicherung kann im Ernstfall diese Lücke schließen und damit Vermögen schützen oder gar vor der pflegebedingten Sozialhilfeabhängigkeit schützen. Die Anzahl der Abschlüsse von einer Pflegezusatzversicherung bestätigen, dass sich viele Bundesbürger dieser bestehenden Versorgungslücke bewusst sind. Laut einer forsa-Umfrage im Auftrag der „Initiative Neue Marktwirtschaft“ (INSM), waren 2007 ca. 65 % der deutschen Bevölkerung bereit ca. 20 Euro pro Monat für eine Pflegezusatzversicherung aufzubringen. Dieser Trend zur Eigenvorsorge im Bereich Pflegezusatzversicherung spiegelt sich auch in den jüngsten Marketingaktivitäten der großen deutschen Versicherungsunternehmen wider. Aus diesem Grund möchte sich unsere Redaktion dem Thema Pflegezusatzversicherung annehmen und kostenfrei und unabhängig über das Produkt Pflegezusatzversicherung informieren.

Für wen lohnt sich eine Pflegezusatzversicherung

Grundsätzlich kann man sagen, dass sich eine Pflegezusatzversicherung für jeden lohnt, der seine Familie im Pflegefall nicht belasten und sein Vermögen schützen möchte. Trotzdem gibt es natürlich Unterschiede bei der Vorteilhaftigkeitsbetrachtung einer Pflegezusatzversicherung. Grundsätzlich ist die Pflegezusatzversicherung günstiger, je jünger man bei der Beantragung der Police ist. Das heißt mit anderen Worten, für junge Menschen ist der zu leistende monatliche Beitrag geringer als bei Älteren. Des weiteren unterscheiden sich die Anbieter bei der Annahmepolitik. Das heißt, während man bei der einen Pflegezusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen aufgenommen wird, muss man bei einer anderen Pflegezusatzversicherung einen gewissen Gesundheitszustand vorweisen um in den Genuss des Schutzes einer Pflegezusatzversicherung zu kommen. Vorerkrankungen können somit leicht zum Ablehnungsgrund bei der Beantragung einer Pflegezusatzversicherung werden. Anbieter einer Pflegezusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen bieten glücklicherweise Menschen mit Vorerkrankungen eine Möglichkeit ihr individuelles Pflegerisiko mittels einer auf sie abgestimmten Pflegezusatzversicherung abzusichern.

In welcher Höhe sollte eine Pflegezusatzversicherung Schutz bieten

Um ein Gefühl zu bekommen in welcher Höhe eine Pflegezusatzversicherung Schutz bieten sollte, muss man in die Überlegung die tatsächlich anfallenden Kosten im Pflegefall einbeziehen. Nur so kann gewährleistet werden, dass eine Pflegezusatzversicherung im Pflegefall auch ihren Zweck erfüllt und die Versorgungslücke schließt und somit die Familie entlastet. Das, um eine adäquate Pflegerisikoabsicherung sicherzustellen, eine ergänzende Pflegezusatzversicherung unumgänglich ist, zeigen folgende Zahlen auf. So bekommt bspw. ein Schwerstpflegebedürftiger (Pflegestufe III) seit dem 1.1.2010, bis max. 1.510 Euro (Härtefälle bis max. 1.825 Euro) für die vollstationäre Pflege erstattet, obwohl die Kosten für eine Heimunterbringung sich schon im Jahr 2001 auf durchschnittlich 2.250 Euro beliefen. Ohne eine Pflegezusatzversicherung, die diese Lücke schließt, zert man leicht seine angesparten Reserven auf, belastet seine Angehörigen oder wird zum Sozialfall. Eine bedarfsgerecht kalkulierte Pflegezusatzversicherung kann einem diese Sorgen nehmen. Wichtig ist dabei nur die Lücke zu kennen und den Versicherungsschutz einer Pflegezusatzversicherung gut zu bedenken. Was nützt einem eine Versicherung die im Ernstfall nicht alle anfallenden Kosten auffängt. Wichtig ist außerdem, dass bei einer Pflegezusatzversicherung auch der Grundsatz gilt, dass man ein brennendes Haus nicht mehr versichern kann. Das heißt, dass auch eine Pflegezusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen beim Vorliegen eines Pflegefalls bei der zu versichernden Person nicht mehr bereit sein wird diese Person mittels einer Pflegezusatzversicherung abzusichern.

Für wen lohnt sich welches Vorsorgekonzept

Die verschiedenen Formen der Pflegezusatzversicherung unterscheiden sich erheblich in ihrer Ausgestaltung. Während die Pflegerentenversicherung eine lebenslange Rente im Leistungsfall an die versicherte Person auszahlt, leistet die Pflegetagegeldversicherung in Form eines lebenslangen Pflegetagegelds. Die schon fast ausgestorbene Pflegekostenversicherung orientiert sich in ihrer Ausgestaltungsform an der gesetzlichen Krankenversicherung und leistet in Höhe der tatsächlich entstehenden Pflegekosten. Allerdings auch nur zu einem Höchstbeitrag, der im Vorfeld im Versicherungsvertrag festgelegt wird. Welche der Versicherungsformen individuell am zielführendsten ist, hängt von der persönlichen Situation ab. Dabei spielt das Eintrittsalter eine ganz entscheidende Rolle. Eine Faustregel sagt, dass die Pflegerentenversicherung eher für jüngere Vorsorgewilligige interessant ist, da sie bei einem hohen Eintrittsalter nicht genügend Leistung erwirtschaftet.