Bei der Therapieform der Kompressionstherapie wird, um die Fließgeschwindigkeit des Blutes zu erhöhen, lokal Druck auf das venöse Beingefäßsystem ausgeübt. Zum einen kann der Druck durch Bandagieren des Beines erreicht werden. Dafür werden bei der Kompressionstherapie sogenannte Kompressionsbinden benutzt. Zum Anderen wurden spezielle Strümpfe entwickelt, die vermehrt für die verschiedensten Krankheitsbilder eingesetzt werden.
Zu den Krankheitsbildern, die durch die Kompressionstherapie behandelt werden, gehört beispielsweise die chronisch venöse Insuffizienz. Die Folgen, der auch als chronisch-venöses Stauungssyndrom bekannten Krankheit, bestehen zum Teil aus schweren Venen- und Hautveränderungen. Risikofaktoren, die dieses Leiden hervorrufen können, sind zunehmendes Alter und Fettleibigkeit.
Eine Kompressionstherapie kann dabei helfen die durch die Erkrankung hervorgerufenen Symptome zu lindern und die Beschwerden zu mildern.
Damit die Kompressionstherapie auch den Umfang der blutleitenden Gefäße unter dem Kompressionsverband adäquat mindert und so die Wirkung zielgerichtet freigesetzt wird, muss man beim Anlegen der Kompression verschiedene Punkte berücksichtigen.
Die Kompressionstherapie mit Binden wird folgend in drei Schritten beschrieben:
Schritt 1:
Als erstes wird ein Schlauchverband aus einem elastischem Textil angelegt, der zur späteren Fixierung der Wickelung dienen soll. Diese Art Schlauchverband ist in jeder Apotheke oder einem Onlineshop erhältlich. Der Schlauchverband sollte dabei der 2-3 fachen Länge des Unterschenkels entsprechen. Nach dem Heraufziehen des Schlauchverbandes über das Knie, wird der Patient in den Anlegevorgang mit einbezogen, indem das überstehende Ende des Verbandes dem Patienten zwischen die Zehen gesteckt oder in die Hand gegeben wird. Dadurch entsteht eine Körperhaltung, die selbständig die förderliche 90 Grad Stellung des Fußgelenkes herbeiführt.
Schritt 2:
Im zweiten Schritt wird nun bei der Kompressionstherapie mit Binden eine Unterpolsterung über dem Schlauchverband angelegt. Dazu kann entweder Polsterwatte oder eine Binde aus Schaumstoff verwendet werden. Beginnend an der Unterseite des Fußrückens, wird das Zehengrundgelenk mit eingeschlossen und dann folgend in zirkulären Touren bis zur Kniekehle gewickelt. Druckpolster, sog. Pelotten, können zusätzlich verwendet werden um Unebenheiten, wie bspw. an der Achillessehne auszugleichen.
Schritt 3:
Nun wird vom Großzehengrundgelenks ausgehend die Binde angelegt. Dabei unbedingt drauf achten, dass die Binde sich stets um die Hälfte überlappt und eng anliegend geführt wird. Mit einem Pflaster wird dann die Binde in Kniehöhe fixiert. Zur zusätzlichen Stabilität, wird das überstehende Schlauchverbandsende über die Wickelung gestülpt.
