Stimmen zur förderfähigen privaten Pflegezusatzversicherung

Gefoerderte Pflegezusatzversicherung

Bereits Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und FDP, aus dem Jahre 2009, wurde davon gesprochen, dass „[…] neben dem bestehenden Umlageverfahren eine Ergänzung durch Kapitaldeckung, die verpflichtend, individualisiert und generationengerecht ausgestaltet sein muss.“ installiert wird, um eine verlässliche Teilabsicherung der Pflege zu gewährleisten. Auch die schwarz-rote Bundesregierung zuvor, hatte bereits das Thema private Pflegezusatzversicherung auf der Agenda, lediglich die Umsetzung dauerte, wie so oft, einige Legislaturperioden.

Nun überschlägt sich die Presse schon seit Tagen mit Meldungen, da eine geförderte Pflegzusatzversicherung im Kabinett verabschiedet wurde.

Förderquote der privaten Pflegzusatzversicherung wird stark vom Eintrittsalter determiniert

Von fünf Euro Förderung monatlich ist da die Rede und die negativen Stimmen mehren sich. Betrachtet man die 60 Euro jährliche Förderung mit den tatsächlich aufzubringenden Prämien für eine solche private Absicherung, fällt auf, dass die „Förderquote“ für einen vorsorgewilligen Bundesbürger erheblich durch sein Eintrittsalter determiniert wird. Während ein 23 jähriger Mann sich für ca. 10 Euro monatlich adäquat absichern kann, beträgt der zu entrichtende Monatsbeitrag für einen 63 jährigen Mann, für die gleiche Absicherung, rund das 10-fache.

Wer frühzeitig für den Pflegefall privat vorsorgt, sichert sich also einen geringen Monatsbeitrag und demzufolge eine Förderquote von ca. 50 %. Mit zunehmendem Lebensalter  erhöht sich der zu leistende Monatsbeitrag für eine Pflegetagegeldversicherung und es verringert sich die Förderquote dementsprechend.

65 Prozent der Deutschen würden 20 Euro pro Monat aufbringen

Laut einer forsa-Umfrage im Auftrag des INSM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft) aus dem Jahr 2007 wären 65 Prozent der deutschen Erwerbsbevölkerung bereit, maximal 20 Euro pro Monat zu zahlen, um im Pflegefall finanziell abgesichert zu sein. Leider liegen unserer Redaktion keine, nach Altersklassen differenzierenden, Umfrageergebnisse vor, die einen „run“ der „Jungen“ auf das geförderte Pflegezusatzprodukt prognostizieren könnten.

Kritik kommt von einigen Seiten

Auch wenn Verbraucherschützer und teilweise auch Lebensversicherungsunternehmen, von einer deutlichen Verfehlung des Ziels sprechen, sehen wir die Einigung der Koalition zu dieser Förderung, als ersten Schritt in die richtige Richtung. Das auf Umlagefinanzierung basierte System der gesetzlichen Pflegeversicherung wird ohne eine ergänzende private Pflegevorsorge nicht bestehen können, da der demografische Wandel unserer Gesellschaft die Einnahmeseite zunehmend mehr unter Druck setzt. Wenige Beitragszahler stehen einer immer größer werdenden Zahl von Leistungsempfängern gegenüber und bringen das System zum wanken.

Es bleibt abzuwarten ob die Kritikpunkte an einer geförderten Pflegezusatzversicherung wie, der Kontrahierungszwang für Versicherer, ein Verzicht auf Risikoprüfung, Leistungsausschlüsse und Risikozuschläge verabschiedet werden. Da ein Kontrahierungszwang für Versicherer, ein Verzicht auf Risikoprüfung und das Verbot von Leistungsausschlüssen und Risikozuschlägen zu einer Negativselektion führen würde, die stark erhöhte Beiträge für solche „förderfähigen Pflegezusatzversicherungen“ mit sich bringen würde, sehen wir diese Eckpunkte als noch nicht endgültig „durchgewunken“.

Positive Punkte der Förderung

Punkte, wie die zwingende Absicherung des Risikos „Demenz“, eine maximale Wartezeit von 5 Jahren und der förderfähige Personenkreis 18+, begrüßen wir indes sehr. Wie Anfangs erwähnt, können sich gerade junge Menschen durch überaus geringe Monatsbeiträge eine ausreichende Pflegefallvorsorge sichern. Mit Spannung erwarten wir den Tag, wenn der Gesetzesentwurf den Bundesrat passieren wird und sind gespannt welche endgültige Form die geförderte, ergänzende, private Pflegzusatzversicherung haben wird.

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